Big Green Egg Large im Test

Big Green Egg Large im Test
Foto: Christoph Michaelis

Liebe Grillfreunde, meine Grill-Familie hat Zuwachs bekommen: seit kurzem steht ein Big Green Egg Large bei mir im Garten. In den USA sind Keramik-Grills schon seit Jahren Kult, in Deutschland dagegen bislang eher in der Spitzengastronomie und bei Profi-Grillern im Einsatz. Darum will ich Euch heute ein bisschen was über das Keramik-Ei erzählen.

Woher kommt´s?

Ihren Ursprung haben die Keramik-Grills in Ton-Töpfen, die in Asien seit über 3000 Jahren als Kamados bekannt sind. Amerikanische Soldaten, die in Japan stationiert waren, haben die Kamados in die USA gebracht, 1974 kam als erster nicht-japanischer Kamado das „Big Green Egg“ auf den Markt. Dessen Besonderheit: Der Einsatz von Hightech-Keramik aus der Spaceshttle-Forschung. Dadurch hält das Egg extreme Temperaturen und Temperaturschwankungen aus.

Big Green Egg Large im Tes
Foto: Christoph Michaelis
Wie funktioniert´s?

Die Keramik speichert und reflektiert die Wärme (ähnlich wie ein Römertopf), der Feuchtigkeitshaushalt und Temperaturverteilung im Inneren des Egg verhindern das Austrocknen des Grillguts. Auch langsam gegartes Fleisch wie Pulled Pork bleibt so schön saftig.

Das Material ist so belastbar, dass 100.000 Mal gegrillt werden kann. Der Hersteller gewährt darum auch lebenslange Garantie (auf die Keramik-Bauteile).

Kohle oder Briketts?

Ein Keramikgrill sollte nur mit Holzkohle betrieben werden, da in Briketts zu viele Zusätze enthalten sind, die den Geschmack beeinträchtigen.

Am besten große Stücke benutzen, die brennen länger und hinterlassen weniger Aschereste. Zum Anzünden braucht man keinen Anzündkamin, sondern nur einen (biologischen<9 Grillanzünder. Nach etwa 15 Minuten ist das Egg einsatzbereit.

Lässt sich die Temperatur regeln?

Ja! Und mit etwas Übung fast gradgenau. Oben auf den Deckel steckt ein Aufsatz, mit dem die Abluft gedrosselt wird, unten gibt es einen Schieberegler mit Gitter. So kann die Temperatur im Garraum zwischen 50 und 400 Grad eingependelt werden. Das bekommt man so genau sonst nur im Gasgrill hin, aber nicht ansatzweise in einem Holzkohle-Kugelgrill, denn die dünne Metallhülle kann die Wärme nicht so gut und gleichmäßig speichern wie die dicke Keramik.

Big Green Egg Large im Tes
Foto: Christoph Michaelis
Was kann ein Keramikgrill?

Praktisch alles: grillen, räuchern, kochen, Pizza, Brot oder Kuchen backen.

Big Green Egg Large im Tes
Foto: Christoph Michaelis
Wie hoch ist der Verbrauch?

Sensationell gering! Mit einem 2,5 Kilo-Sack Holzkohle konnte der Grill bei dauerhaft geschlossenem Deckel problemlos 14 Stunden bei 140 Grad betrieben werden – ideal für Ribs, Brisket oder Pulled Pork, Praktisch: Hat man nur kurz ein Steak oder Bratwürstchen gegrillt: einfach Deckel und Schieberegler schließen, nach zehn Minuten ohne Sauerstoff ist die Kohle erloschen und kann beim nächsten Mal wieder verwendet werden.

Wie wird ein Keramikgrill gereinigt?

Sehr einfach: Durch den geringen Verbrauch fällt nur sehr wenig Asche an. Es reicht völlig aus, diese nach drei bis fünf mal grillen unter der Brennkammer zu entfernen. Rost und Innenraum können durch Erhitzen des Grills auf über 400 °C mühelos gereinigt werden.

In welchen Größen gibt es das Egg?

Das kleinste Gerät BGE Mini hat 25 cm Grillrost-Durchmesser, das XXL-Egg 74 cm Durchmesser – und wiegt 222 Kilo. Unser Testgerät hat einen Durchmesser von 46 cm, was dem eines normalen Kugelgrills entspricht.

Was kostet ein Big Green Egg?

Das grüne Keramik-Ei wird nicht umsonst als Porsche unter den Holzkohlegrills bezeichnet: Das Mini-Modell beginnt bei 575 Euro, unser Test-Grill kostet ca. 1490 Euro.

Weitere Anbieter von Keramik-Grill sind u.a. Monolith, Kamado Joe und Landmann.

Big Green Egg Large im Tes
Foto: Christoph Michaelis


Für wen lohnt sich ein Keramikgrill?

Wer nur ein paar Mal im Jahr marinierte Nackensteaks vom Discounter und Bratwürste grillen will, ist mit einem Billig-Grill aus dem Baumarkt gut versorgt. Wer allerdings bereit ist, für einen Grill einen vierstelligen Betrag auszugeben, keine Lust auf Gas hat und auf das klassische Grillen mit Holzkohle nicht verzichten möchte – der landet früher oder später beim Keramikgrill.

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